Pflegerollstuhl
Wenn die Mobilität stark eingeschränkt ist und eine besondere Sitzlagerung benötigt wird.
Einordnung
Wenn ein höchstes Maß an Möglichkeiten der Positionierung und Lagerung im Rollstuhl gefordert werden, ist der Pflegerollstuhl (PRST oder auch Multifunktionsrollstuhl genannt) erste Wahl. Wenn der Benutzer lange im Rollstuhl sitzt und selbst wenig Eigenmobilität mehr besitzt, ist es ratsam, regelmäßig die Sitzposition zu verändern um Druckgeschwüren (Dekubitus) entgegenzuwirken. Der Pflegerollstuhl hat im Gegensatz zu anderen Rollstühlen den Vorteil, dass die Grundausstattung bereits die manuelle Rückenverstellung, die Sitzkantelung sowie die manuelle Beinststütz-Verstellung beinhalten. Deshalb ist es ein Multifunktionsrollstuhl Wie schon erwähnt, bietet der Pflege-RST oder Multifunktionsrollstuhl (MFR) die drei grundlegenden Verstellmöglichkeiten zur optimalen Positionierung des Benutzers. Bei der manuellen Rückenverstellung kann der Sitzrücken verstellt werden. Dabei kann ein Rückenwinkel zwischen ca. 90 und 160 Grad erreicht werden, was bedeutet, dass man vom aufrechten Sitzen bis fast in eine Liegeposition gebracht werden kann. Die dazugehörige Kopfstütze hält den Kopf in optimaler Position. Eine Sitzkantelung ist eine Funktion des Pflegerollstuhls, die es erlaubt, den Benutzer, ohne Veränderung der eigentlichen Sitzposition, nach hinten zu Kippen und eine "liegende Sitzposition" einzunehmen. Der Sitz (Rückenteil, Sitz und Fußstützen) bleibt dabei in der ursprünglichen Sitzeinstellung, wird aber über die Achse der Antriebsräder nach hinten gedreht. Dies erlaubt eine Verlagerung des Sitzdrucks von Gesäß und Oberschenkel mehr in Richtung Rücken. Die manuelle Beinststütz-Verstellung eines Pflegerollstuhls dient der Hochlagerung der Beine z.B. bei Wassereinlagerungen oder wenn die Kniegelenke eine geringe Beugungsfähigkeit aufweisen. Zugehörige Wadenplatten halten sie Beine selbst bei der Hochlagerung sicher in Position und vermindern Druck auf die Gelenke. Deshalb ist es ein Pflegerollstuhl Bei normalen Rollstühlen ist es so, dass sie körperliche Einschränkungen ausgleichen sollen. Bei einem Pflegerollstuhl ist es aber, so wie der Name schon sagt, dass jemand "gepflegt" wird. Hierbei benötigt der Benutzer besondere Aufmerksamkeit und wird sich nur in den seltensten Fällen selbst fortbewegen wollen oder können. Deshalb sind alle Funktionen vom Pflegerollstuhl so ausgelegt, dass nicht der Benutzer sondern vielmehr ein zusätzlicher Bediener diese nur bedienen kann. Die meisten Funktionen sind für den Benutzer somit unerreichbar angebracht, jedoch optimal für den Bediener. Pflegerollstuhl für Zuhause? Für die Häuslichkeit ist der Pflegerollstuhl leider nur bedingt geeignet. Durch die Größe und dem Eigengewicht sind in den meisten Haushalten einfach strukturelle Grenzen gesetzt. Ein Multifunktionsrollstuhl wiegt mit 30-40 Kg bereits das Doppelte bis Dreifach eines einfachen Rollstuhls und erreicht Abmaße von mind. 60cm in der Breite sowie 120cm in der Länge, wobei diese Maße stark Benutzerabhängig sind. Zum draußen-herumgeschoben-werden ist der Pflegerollstuhl durch Gewicht, Abmaße ebenso nur bedingt geeignet. Allein der Schwerpunkt, den der Benutzer auf den PRST ausübt, sind Hindernisse wie Bordsteine nur schwer zu überwinden. Der eigentliche Einsatzraum ist daher eine Pflegeeinrichtung. Dort sind die räumlichen Gegebenheiten so ausgelegt, dass nirgends Hindernisse vorhanden sind, auch nicht im Außenbereich.