Kurzantwort: Wozu benötigt man im Rollstuhl ein Dekubituskissen und was bringt es?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Den tatsächlichen Einsatzbereich vor der Produktauswahl klären
  • Maße, Bedienung und Transport im eigenen Alltag prüfen
  • Hilfsmittel möglichst erproben und fachgerecht anpassen lassen

Was ist ein Dekubituskissen für den Rollstuhl – verständlich erklärt

Wir müssen als Vorbetrachtung kurz klären, was ein Dekubitus überhaupt ist und wordurch er entsteht. Dafür muss man wissen, dass es neben Dekubituskissen, oder auch Antidekubitussitzkissen genannt, auch z.B. auch Matratzen gegen Dekubitus gibt. Diese sollen also etwas vorbeugen: den Dekubitus. Dieser ist nämlich ein Druckgeschwür, welches sich unter verschiedenen Voraussetzungen bilden kann. Die Heilung kann Monate in Anspruch nehmen und die Zeit kann sehr schmerzhaft sein. Du kannst mehr über Dekubitus lesen.

Wofür braucht man ein Dekubituskissen

Das lange Sitzen auf einer Stelle wie z.B. im Rollstuhl kann schnell zum Dekubitus führen. Es beginnt mit einer oder mehreren roten Stellen am Gesäß (Stufe 1) und führt oft unbemerkt zu Stufe 2 und wird schmerzhaft. Wenn nicht dagegen reagiert wird, kann sich der Dekubitus schnell verschlimmern. Deshalb gibt es Sitzkissen gegen Dekubitus. Diese sogenannten Antidekubitus-Sitzkissen, oder auch AD-Sitzkissen, wirkt mit seinem Aufbau so, dass der Druck, der durch das Sitzen auf das Kissen wirkt, so gut wie nur möglich verteilt wird. Gerade für Stufe 1-3 ist es wichtig, z.B. die Spitzenlast der Sitzhöcker auf Oberschenkel und den restlichen Po durch ein Dekubituskissen zu verteilen und gleichzeitig an den Sitzhöckern nachzugeben. Dadurch wird an den Sitzhöckern der Druck gesenkt und einem entstehenden Dekubitus entgegengewirkt. Ab Stufe 3-4 ist ein AD-Sitzkissen unerlässlich und sollte speziell auf den Nutzer angepasst sein um die Heilung zu unterstützen.

Diese Dekubituskissen gibt es

Es gibt viele Hersteller, die sich auf Anti-Dekubitus-Sitzkissen spezialisiert haben. Jeder einzelne geht dabei seinen eigenen Weg und erfindet immer neue Möglichkeiten, spezielle Materialien und Formen zu entwickeln, die geben Dekubitus helfen können. Im Grund gibt es aber immer um die drei wichtigsten Grundsätze:

  • Druck verteilen Das Körpergewicht auf die gesamte Sitzfläche verteilen
  • Maximale Druckbelastungen verhindern An Sitzhöckern nachgeben, an unbelasteten Stellen Druck übernehmen
  • Sitzposition optimieren Beckenschiefstellung korrigieren und Belastung besser verteilen

Es gibt ja den Spruch »Viele Köche verderben den Brei« aber dies trifft beim Kampf gegen Dekubitus nicht zu. Hier trifft eher »Viele Wege führen nach Rom« zu und so gibt es viele Varianten, die helfen können:

Art des Dekubituskissen

Funktion des Sitzkissen Dekubitus Stufe

Luftkissen

Eine oder mehrere Luftkammern können per Luftdruck angepasst werden 1-4

Viscose-/Gel-Kissen

Die Sitzoberfläche passt sich optimal der Körperkontur an 1-4

Schaumstoff-Kissen

Günstiges Dekubituskissen für leichten Dekubitus 1-3

Sitzring

Nicht geeignet, da es den Druck nur verlagert und nicht verteilt ✖

Jede Variante eines Dekubituskissen für einen Rollstuhl führt zum Erfolg. Wichtig ist jedoch, dass es ein eingetragenes und geprüftes Hilfsmittel ist. Diese Zertifizierung garantiert durch medizinische Studien die Wirksamkeit und wird daher durch die Krankenkassen übernommen.

So können Sie jetzt vorgehen

  1. Alltagssituationen und persönliche Ziele notieren
  2. Passende Hilfsmittelart und technische Anforderungen bestimmen
  3. Versorgung, Probefahrt und Kostenübernahme mit Fachstellen klären

Häufige Fragen

Was ist bei „Was ist ein Dekubituskissen für den Rollstuhl“ besonders wichtig?

Wozu benötigt man im Rollstuhl ein Dekubituskissen und was bringt es? Entscheidend bleibt immer, wie gut die Lösung zur persönlichen Situation und zum Alltag passt.

Wie gehe ich am besten vor?

1. Alltagssituationen und persönliche Ziele notieren. 2. Passende Hilfsmittelart und technische Anforderungen bestimmen. 3. Versorgung, Probefahrt und Kostenübernahme mit Fachstellen klären.

Wer kann persönlich beraten?

Je nach Thema helfen ärztliches, pflegerisches oder therapeutisches Fachpersonal, Pflegeberatungsstellen sowie qualifizierte Sanitätshäuser und Leistungserbringer.